Mittwoch, 27. Februar 2019

Mohrenkopfpapageien


Zuerst eine Richtigstellung. In der letzten Ausgabe der Wochenschau wurde erneut viel kritisiert, China verteufelt, sogar von Afrika als „Afrika“ gesprochen. Initialfehler die schon lange vermieden gehören. Immerhin beinhaltet das Wort Afrika einen ganzen Kontinent mit über 1,3 Mrd. Einwohnern und mehr als 50 Länder, eine gleichgesetzte Pauschalisierung des Begriffs „Europa“ kann sich jeder Leser bitte individuell grafisch vor dem inneren Auge darstellen. Allerdings gibt es auf dem Europa südlich am nächsten gelegenen Kontinent natürlich Parallelen zwischen den Ländern, ebenso wie etwas weiter nördlich davon. Beispielsweise sind nach dem Human Development Indexder UN, dem Indikator für menschliche Entwicklung, die letzten 20 Plätze -von insgesamt 189 Ländern- allesamt von Ländern der Subsahara-Region belegt. Bis Platz 140 (Ghana) geht dies übrigens so weiter, sporadisch unterbrochen durch Länder wie Afghanistan, Pakistan oder die Salomonen.  

Der gesamte Kontinent Afrika ist -von einigen wenigen positiven Ausnahmen abgesehen- weltweit am stärksten von Lebensmittelknappheit, Krieg und gefährlichem Staatenzerfall betroffen. Nirgendwo gehen Krankheiten so häufig tödlich aus, nirgendwo ist die Kindersterblichkeit so hoch und nirgendwo fehlt es so sehr an Infrastruktur. Natürlich gibt es nirgendwo so viele intern Vertriebene und Flüchtlinge. Für eine Änderung der vorherrschenden Verhältnisse sind entsprechend grundlegende, einschneidende Veränderungen unvermeidbar. Es fehlt eine Veränderung in der Mentalität, ein überdenken der geltenden Wertesysteme, eine Ablösung der herrschenden Machteliten, eine soziokulturelle Revolution. [vgl. Axell KABOU, Weder arm noch ohnmächtig, 1993]
Bottom line der Literatur -seit 1993- ist, dass das vorhandene Potenzial nicht annähernd ausgenutzt wird. Bevölkerungswachstum, geringe landwirtschaftliche Produktivität und mangelhafte Energieversorgung müssen  [Vgl. Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Jobs für Afrika, Discussion paper 2o16]
Wie viel der dritte German-African Buisness Summit -der 3. GABS- dazu beitragen wird die Situation zu verbessern bleibt abzuwarten. Da Teile der Redaktion für einen Kurzaufenthalt in der Heimat weilten und die Wellen auf sich warten ließen, blieb -wie unschwer entgangen sein dürfte- dem zurückgebliebenen Teil der Redaktion viel Zeit für Recherchearbeit. Schließen wir diese -mit der Zusage dass in naher Zuunft weniger politisiertt wird- mit einem weiteren Zitat aus einem interessanten Blog: Afrika ist reich, nur seine Politik ist armselig. [vgl. Volker SEITZ, www.achgut.com/artikel 2o18]




Der mittlerweile im Tills eingezogenen Sippe Mohrenkopfpapageien ist solch Politisieren recht einerlei. Geschrien und gequatscht wird sowieso den ganzen Tag.  Dafür gab es zum Ende des GABS dann die erste nennenswerte Bewegung im südlichen Ozean. 







Montag, 11. Februar 2019

1o2. Geburtstag

Im rasenden Tempo des so fortschrittlich herrschenden Informationszeitalters hat die Afrikanische Wochenschau allem Anschein nach ihren eigenen 1oo. Geburtstag übersehen. Deswegen wird an dieser Stelle sich selber verspätet zur 1o2. Sendung gratuliert, sich bei der versammelten fachkundigen Leserschaft -immerhin noch immer ca. 400 im Monat- bedankt und auch zukünftig eine qualitativ hochwertigste literarische und fotografische Weltklassearbeit versprochen. Solange dies vor Ort, umzingelt von Kindersoldaten und mit dieser ständigen Ebolainfektion, im Rahmen des Herz der Finsternis möglich ist.


Den Chinesen scheint hier vor Ort hingegen nichts unmöglich. Aktuell wird dazu u.a. in Tema -der Nachbar- & Hafenstadt Accras- von der Volksrepublik das geplant größte Containerterminal  der westafrikanische Küste gebaut. Der Reichtum des Kontinents wird also weiterhin gefahrlos exportiert werden können, der Wohlstand im Westen bleibt -solange sämtliche strategisch entscheidenden westafrikanischen Regierungen mitspielen- damit problemlos mit allen benötigten Rohstoffen versorgt. Das beim Hafenausbau von den fernöstlichen Bauherren -wie gewohnt- zugunsten von Menschen-, Umwelt- und sonstigen Rechten ausreichend Abstand gehalten wird ist dabei selbstverständlich. Solange sich der Präsident also weiterhin neben der offiziellen Einweihung im Juni auch auf finanzstarke und flexible Investoren freuen kann gilt weiterhin: You are welcome!






An dieser Stelle bleibt der Redaktion lediglich die Flucht aus der Stadt. Entweder in den Busch, bspw. in die kühlenden Berge von Aburi mit Blick über die ca. 200km2Hauptstadt samt der ghanaischen Version des Palmengarten FFM zur Begehung. Besonders empfehlenswert wenn sich die Bewegung im H2o im Rahmen hält.




Ansonsten gilt alternativ weiterhin die Flucht ins -mittlerweile mit facelift- Tills Beach Resort als bestmögliche Variante. Auch die eine oder andere Bewegung im Ozean erleichtert die Wahl und -speziell für Ortskundige gilt- keine Sorge: Außer der geänderten Farbe ist selbstverständlich alles beim Alten. Bewährtes bewahren.