Die Geschichte des Wellenreitens hat sich vereinfacht. Im 3. Jahrtausend schaut man sich die Wetterkarten an und geht anschließend dort ins kühle Nass wo dessen Bewegung möglichst ideal angekündigt ist. Das Diktat der Vorhersage. Heutzutage auf der einen oder anderen Internetseite dargestellt, auf der die vielschichtigen Komponenten einer komplexen Großwetterlage samt sämtlichen sich gegenseitig beeinflussenden Komponenten mit den der Wellenbrechung beeinflussenden Parametern verrechnet und anschließend durch Sternchen, Smileys und ähnlich leicht Lesbares dem average Joe angemessen didaktisch reduziert serviert wird.
Im Zusammenhang mit der Vorhersage ist es ärgerlich, wenn bei einem Zeitfenster von einer Woche unterrichtsfreier Zeit die Bedingungen bereits als maximal durchschnittlich abzulesen sind. Besonders wenn in den beiden Wochen zuvor -17sec. Periode- und anschließend -19sec.- sämtliche Bewertungen in Bestwerten dargestellt werden. Anyway, die Saison neigt sich dem Ende entgegen und man muss sich auf eine eher fallende Tendenz an Qualität einstellen, ergo die Redaktion war mental bereits auf kleine Bedingungen eingestellt.
Im östlichen Wunderland der Molen konnten dabei einige interessante Neuentdeckungen in die Karten eingezeichnet werden, bspw. „die Baustelle“ oder auch gleich nebenan das neue, ghanaische D`bah. Alles in allem kein Vergleich zu den Bedingungen hier zuvor und anschließend aber es definitiv wert nass zu werden.
Im Anschluss ging es weiter in den altbekannten mittleren Westen, an altbekannte Spots mit altbekannten Gesichtern im Wasser. Neu war dabei das Gebein eines kürzlich dort verendeten, sehr, sehr großen Meeressäugers. Schwer zu erkennen, speziell neben dem ebenso gigantisch anmutenden Müllberg daneben, aber für einen mittelgroßen Tisch durchaus geeignet, ein Rückenwirbel.
Zum Ausklang gab es als soziales Highlight noch die Hochzeit von Surflehrer Mr. Bright -sollte einigen Lesern ein Begriff sein- in Kokrobite. Passend zum Aufwachen am nächsten Morgen waren die Bedingungen dann auch bereits unrealistisch gut -natürlich nicht in absolutely maxed-out Kokrobite- und man konnte im Wissen dass es noch besser werden und es einige perfekte Tage geben würde getrost zurück zum Schulauftakt fahren. Der Fluch der Vorhersage.



































