Sonntag, 28. Oktober 2018

Der Fluch der Vorhersage

Die Geschichte des Wellenreitens hat sich vereinfacht. Im 3. Jahrtausend schaut man sich die Wetterkarten an und geht anschließend dort ins kühle Nass wo dessen Bewegung möglichst ideal angekündigt ist. Das Diktat der Vorhersage. Heutzutage auf der einen oder anderen Internetseite dargestellt, auf der die vielschichtigen Komponenten einer komplexen Großwetterlage samt sämtlichen sich gegenseitig beeinflussenden Komponenten mit den der Wellenbrechung beeinflussenden Parametern verrechnet und anschließend durch Sternchen, Smileys und ähnlich leicht Lesbares dem average Joe angemessen didaktisch reduziert serviert wird.  
Im Zusammenhang mit der Vorhersage ist es ärgerlich, wenn bei einem Zeitfenster von einer Woche unterrichtsfreier Zeit die Bedingungen bereits als maximal durchschnittlich abzulesen sind. Besonders wenn in den beiden Wochen zuvor -17sec. Periode- und anschließend -19sec.- sämtliche Bewertungen in Bestwerten dargestellt werden. Anyway, die Saison neigt sich dem Ende entgegen und man muss sich auf eine eher fallende Tendenz an Qualität einstellen, ergo die Redaktion war mental bereits auf kleine Bedingungen eingestellt. 


Im östlichen Wunderland der Molen konnten dabei einige interessante Neuentdeckungen in die Karten eingezeichnet werden, bspw. „die Baustelle“ oder auch gleich nebenan das neue, ghanaische D`bah. Alles in allem kein Vergleich zu den Bedingungen hier zuvor und anschließend aber es definitiv wert nass zu werden.






Im Anschluss ging es weiter in den altbekannten mittleren Westen, an altbekannte Spots mit altbekannten Gesichtern im Wasser. Neu war dabei das Gebein eines kürzlich dort verendeten, sehr, sehr großen Meeressäugers. Schwer zu erkennen, speziell neben dem ebenso gigantisch anmutenden Müllberg daneben, aber für einen mittelgroßen Tisch durchaus geeignet, ein Rückenwirbel. 









Zum Ausklang gab es als soziales Highlight noch die Hochzeit von Surflehrer Mr. Bright -sollte einigen Lesern ein Begriff sein- in Kokrobite. Passend zum Aufwachen am nächsten Morgen waren die Bedingungen dann auch bereits unrealistisch gut -natürlich nicht in absolutely maxed-out Kokrobite- und man konnte im Wissen dass es noch besser werden und es einige perfekte Tage geben würde getrost zurück zum Schulauftakt fahren. Der Fluch der Vorhersage.




Mittwoch, 17. Oktober 2018

Via Ferrata

Freunde des weißen Sports, liebe Bergkameraden, kurz vor der aktuell vorherrschenden pädagogikfreien und wassersportreichen Zeit, wurde sich als Kontrast von der Redaktion noch zu einer erneuten Expedition in höhere Lagen entschieden. Dabei war mit dem Mt. Osuwangyo -Anm. d. Red.: Gruss nach Muizenberg!- das Ziel der Reise bereits bekannt, allerdings sollte eine geringfügig geänderte Routenführung dieses Mal für deutlich mehr Schweiß und Schrammen sorgen als bei der Erstbesteigung. 


Ohne fachkundige GM-Führung wäre es dabei bereits schon völligst undenkbar gewesen auch nur den Einstiegspunkt der neuen Route in den Berg zu finden, welche uns -ab von allen Pfaden- abwechselnd durch den Busch und einige nutzbare felsige Passagen auf den Gipfel führen sollte. Das erste von Mutter Natur angebotene Lehrziel „bushwacking“ wurde dann auch bereits auf den ersten Metern erfolgreich zum Lernziel aller Teilnehmer gemacht. Meter für Meter, Zentimeter für Zentimeter durch den Busch.




Nach dem ersten Level bushwacking ging es über eine Art ghanaische Via Ferrata zum Basis- bzw BBQlager auf halbem Weg zum Gipfel. Basic BBQ-Frühstück abseits der Ziviliation mit Blick auf Volta und Shai Hills am frühen Sonntagmorgen entschädigt für jeden Meter Kampf im Unterholz.






Der zweite Abschnitt zum Gipfel war dann eine ziemlich exakte Spiegelung des ersten Teils. Auf eine entspannte Kletterpartie folgte eine gepflegte Stunde Kampf mit der Machete mit dem Unterholz. Bei ansteigenden Temperaturen waren alle Beteiligten einigermaßen froh als um die Mittagszeit der Gipfel erreicht war.  






Nach kurzer Pause dort folgte eine -ebenso kurze- Diskussion ob für den Abstieg noch eine Alternativroute zum herkömmlichen Pfad machbar sei einzuschlagen. Leider waren dazu die Wasservorräte zu gering und wir mussten den standardisierten Abstieg wählen.

Samstag, 6. Oktober 2018

From dawn till dusk

Es folgt -wie im Vorfeld besprochen, es kann sich also niemand beschweren- an dieser Stelle die kurze Berichterstattung zur afrikanischen Auslandsvariante der altbekannten Bundesjugendspiele. Auf afrikanischem Boden Sportolympiade der dt. Schulen im südlichen Afrika genannt und im Jahre 2o18 zum 34. Male an deren Geburtsstätte Windhoek ausgetragen.


Mittlerweile etwas besser vorbereitet als in Pretoria 2o16; sportlich einerseits: Andere Schulen trainieren im eigenen Pool mit WM-zugelassener-touch-pad-Zeitnahme, hier wird trainiert wenn Wasser im Pool ist; mental andererseits: Das 30 Seiten starke Handbuch im Kopf; annähernd, damit keine Regelberührung zu Diskussionsbedarf und stundenlanger Sitzung führt. Dadurch konnte man sich vorab angemessen intensiv um Kleinigkeiten wie z.B. Einreisebestimmungen für unsere internationale Schülerschaft bemühen; so besteht bspw. für Kinder aus Kroatien Visapflicht, für Aserbaijan hingegen nicht. Alles total transparent, kurzfristig machbar und einfach zu planen.
Allerdings hat sich der Aufwand durchaus gelohnt, der Event hatte erneut wahrhaft olympische Ausmaße und für Betreuer und Team wurde from dusk till dawn -und gewöhnlich führt die dawn patrol den Autor gewiss nicht auf den Sportplatz- und andersherum gesorgt.  A propos: Untergebracht war ich -es geschehen noch Zeichen und Wunder- beim Braumeister der Namibian Brewery, einigen Lesern sicherlich durch deren Bestseller Windhoek Lager bekannt. Es hätte insgesamt schlimmer sein können.



Seit der Rückkehr folgten dann ausgleichende Kleinigkeiten wie Tills Beach -Danke für die Bilder an VOX- , ein weiterer pädagogischer Tag am Strand und anschließend der  3. Oktober an der Botschaft.  Morgen nochmals in die Berge und dann noch eine Woche bis zur nächsten unterrichtsfreien Zeit. Wie gesagt. Es könnte insgesamt schlimmer sein.