Donnerstag, 29. Dezember 2016

Stadtkap

Besser gesagt Muizenberg, unweit von Kapstadt war dieses Jahr über Weihnachten unser Hauptquartier für die dringend benötigte unterrichtsfreie Zeit. Bereits zum zweiten Male dieses Jahr also Aufenthalt in den Cape Flats, einer Mischung aus noch aus Apartheid-Zeiten stammenden Townships und alternativen Küstenstädtchen, östlich der schimmernden Metropole am Kap. Muizenberg selber verfügt dabei zufällig auch über einen der beständigsten Surfspots der Region, eine Auswahl erlesener Restaurants und damit prinzipiell über alles -besonders wenn man in einem dritte Welt Land lebt- was das Herz begehrt.  Unterkunft war, wie bereits im Frühjahr des Jahres, erneut das EnDo-Hotel, geführt von zwei alten Bekannten aus der Surfszenerie.
 















Surftechnisch gesehen ist der südafrikanische Sommer nicht die optimale Jahreszeit für hervorragende Bedingungen, dafür ist es ausserhalb des H2o überaus angenehm, aber wir wurden entgegen aller Statistiken mit teilweise sehr guten Bedingungen belohnt. Die Wellen haben uns auch den Umstieg von Boardshorts auf dicken Neoprenanzug im eisigen Wasser versüßt und sogar die Hailalarme in good`ol Muizenberg haben sich in Grenzen gehalten. Vielleicht waren die Herren in Grau auch von den zu Weihnachten extra dick gefütterten Seelöwen halbwegs satt.









Rückblickend zusammenfassend betrachtet klingt dieser Bericht über die Gastfreundschaft der Endo-Lodge, die unzähligen kulinarischen Highlights ergänzt durch Weltklasse Weinproben, das traumhafte Wetter und die guten Wellen wahrhaftig nach einer reinen Urlaubs-Wochenschau. Es war genau so.






Jetzt noch zwei Wochen Harmattan in Ghana und dann ist Anpfiff zur zweiten pädagogischen Spielhälfte. Unsere aktuelle Wahlheimat soll übrigens laut Lufthansa-Magazin die neue Heimat des Surf-Tourismus werden, dazu schonmal viel Erfolg... Wir wünschen allen Lesern bereits an dieser Stelle einen guten Rutsch & alles, alles, alles Gute für 2o17!



Sonntag, 11. Dezember 2016

Regenschirme & Elefanten


Parallel zum Durchstarten in den pädagogischen Vorweihnachtswahnsinn ging dieses Jahr zusätzlich der ghanaische Wahlkampf in die entscheidende Phase, wurde doch am letzten Mittwoch der neue Präsident des Landes gewählt. Unsere Lehranstalt war davon einigermaßen direkt betroffen, allerdings nicht wie in Deutschland, wo die Politik den Lehr- und Erziehungsauftrag glasklar regelt, sondern nach hiesigen afrikanischen Maßstäben: Die Schule liegt nah am Wohnhaus des aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten Nana Akuffo-Addo von der Oppositionspartei NPP, den Elefanten. Dieser war in den letzten drei Wahlen allerdings jeweils gescheitert und im Vorfeld gab es bereits einige leicht übermotivierte Kundgebungen, vgl. dazu Zeitungsbericht in der letzten Wochenschau, der Anhänger des aktuellen Präsidenten John Mahama von der NDC, den Regenschirmen, vor dem Haus seines Gegenspielers nahe der Schule. Aufgrund besagter geografischer Nähe war auch schon im Vorfeld entschieden am Wahltag von der Lehrstoffvermittlung Abstand zu nehmen und die Schule geschlossen zu lassen. Dank besagter hochmotivierter Demonstranten hat sich dann Anfang dieser Woche die hochmotivierte dt. Botschaft kurzfristig entschieden die beiden letzten Schultage ebenfalls aus Sicherheitsgründen zu pausieren. Sprich, wir hatten bereits ab Mittwoch unterrichtsfreie Zeit.
Entspannung im Wahlkampf
Neuer Stadtstrand

Die verfrühten Weihnachtsferien passten uns hervorragend, da wir aktuell Familienbesuch aus Gelnhausen haben und so die freien Tage gemeinsam für ausgiebige Stadt- und Tills Beach Besichtigungen nutzen konnten. African Style natürlich.
La Paradise Inn
Osekan Bar
Anderes Paradise Inn
Sundowner Nr. XXVIII
African Style

Zum Wahlausgang sei noch erwähnt, daß nach drei Amtszeiten der Regenschirme, obwohl diese gerade in den letzten Wochen tatsächlich jede Menge Großprojekte abschließend konnten (vgl. dazu Fotos: Flyover Kasua, spart uns viele Stunden Stau auf dem Weg zum Strand), ab sofort die Elefanten das Sagen haben werden. Die einzige Zufahrt zur Schule geht also ab sofort am Haus des Präsidenten vorbei, man wird sehen was dies bringt.
Lost!
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Für uns bringt die nahe Zukunft an dieser Stelle einen Flug nach Kapstadt am Dienstag. 
Wir und die Fledermäuse aus Accra wünschen bis dahin frohe Vorweihnachtszeit!