Samstag, 24. März 2018

#DIA


Die Wahlkampfaussage Vote for Jobs vom -seit mittlerweile 1.5 Jahren- amtierenden Präsidenten wurde zuletzt auch vor dessen privater Haustür engagiert umgesetzt. Zumindest vom Betreiber einer effektiv arbeitenden Abrissfirma.


Aktuell wurde dabei das Gebiet vor dem Eingang zum Familienhaus des Präsidenten in Nachbarschaft zur Lehranstalt, die Straße davor ist bereits seit seiner Wahl vor einem Jahr gesperrt, was den Schulweg einigermaßen verlängert hat, zur „Sicherheitszone“ erklärt. Dazu passend wurden sämtliche Bewohner dieses dicht besiedelten Areals, bestehend aus kleinen und kleinsten Shops in bester, zentraler Lage zwangsumgesiedelt. Dazu zählten für uns wichtige Geschäfte wie u.a. mein  1 €uro Friseur [Top-Preis, ansonsten zahlt man hier in der Hauptstadt teilweise unverschämte 2-3 €uronen] sowie unsere sekundär Auto-Werkstatt [1 Minute von der Schule, optimal für zwischendurch].

Die ganze Aktion wurde dabei gewohnt korrupt gelöst. Das Viertel hat eine Art Bürgermeister. Dieser ist von der Präsidentenriege finanziell ordentlich -niemand nimmt genaue Zahlen in den Mund- und vor allem medienwirksam entschädigt worden. Dieser Bürgermeister hat dann den vier größten Ladenbesitzern ca. 50% übergeben und den Rest natürlich behalten. Die vier Ladenbesitzer haben diese Verhaltensweise beibehalten und entsprechend die übrigen Shops mit Minimalbeträgen abgespeist. Dann wurde das komplette Viertel innerhalb von einem Tag plattgewalzt. Seitdem ist von dem geflossenen Geld natürlich nichts mehr auffindbar, ebenso wie die Besitzer der großen Anteile. #Dis is Africa
Ohne Frage aber wird die anrollende Flutwelle von Angeboten sämtlicher konkurrierender Freikirchen an 72-Stunden-Messen, Power-Prayings, Wunderheilungen etc. auch dieses winzige Problemchen lösen: Solution to all my problems!
Wir bleiben zuversichtlich, verabschieden uns für zwei Wochen Wassersport und sagen: Afehiya pa! Frohe Ostern, bzw. diese Aussage ist noch eleganter, denn festübergreifend sowie allgemeingültig gehalten und anzuwenden, und bedeutet ungefähr: Wir sehen uns in einem Jahr um dieselbe Zeit bei allerbesten Kräften!

Mittwoch, 14. März 2018

Indy Day


Der dritte Independence Day hat für eine möglicherweise zukunftsweisende Zäsur gesorgt. Es stand lange im Raum und wurde doch nie umgesetzt. Obwohl bei anderen Möglichkeiten im Vorfeld bereits einige kurzzeitige, oberflächliche und dennoch stets beeindruckende Eindrücke dabei erzielt werden konnten, so wurde bei der Endscheidungsfindung im Endeffekt doch stets Abstand gehalten. Gemäß dem Christsozialen Motto „Bewährtes bewahren“ wurde sich stets für das Meer und gegen die Berge entschieden. Mit dieser Tradition wurde jetzt erstmalig, nach knapp drei Jahren im Herz der Finsternis, gebrochen.  Die Berichte zuverlässiger Quellen waren zu verlockend und so haben wir es gewagt und Mutter Ozean an einem -glücklicherweise auch noch wellenarmen Wochenende- den Rücken zugewandt.
Zusammenfassend sei gesagt: Die Erwartungen waren hoch und wurden übertroffen. Nach dem frühmorgendlicher Aufstieg auf der schattigen Westseite des Mt. Krobo -bereits von Pavianen begleitet und zum Glück bei äußert niedrigem Bewuchs- folgte eine beeindruckende Sicht vom Gipfel auf den Volta in der Morgensonne. Nach einem Rundgang über das Hochplateau des Berges -wieder beobachtet von einer aufmerksamen Pavianfamilie- folgte der Abstieg durch echt westafrikanisches Unterholz auf der Ostseite. Der Vorteil daran war ein gemäßigter Schutz vor der Vormittagssonne, der Nachteil daran war dass das Unterholz durchaus der Definition von Unterholz entsprach.

Der Aufstieg








Der Gipfel










Mr. Baboon. It`s a big one.






 Der Abstieg







All down. All safe.
An dieser Stelle gilt der Dank der Redaktion den Ghana Mountaineers für einen beeindruckenden Sonntag! Mehr Infos dazu im Gesichtsbuch unter Ghana Mountaineers.
Oder hier: http://www.ghana-mountaineers.com