Die Wochenschau zum Tag der Arbeit blickt zurück auf die vergangenen, knapp drei Wochen im wilden Westen des Gastlandes. Dem weißen Flecken unserer Karte, dem fehlenden Kapitel im Buch der Redaktion, dem Küstenabschnitt westlich von Cape 3 Point und der Grenze zur Elfenbeinküste. Allerdings gab es den ersten ernsthaft guten Swell der Saison direkt zum Ferienauftakt und deswegen musste die Redaktion nicht weit fahren. Es war die 50km Entfernung und die fünf Sterne mehr als wert.
Im wilden Westen liegt der Schwerpunkt der exportierenden Industrie des Landes. Kautschuk, Palm- und Erdöl -an Land und offshore-, Gold und andere Edelmetalle sowie Mangan lassen das Herz der einheimischen Industrie zwischen der Hafenstadt Takoradi und der Grenze schlagen und versorgen sämtliche westliche Industrienationen -und natürlich China- mit den gewünschten Bodenschätzen. Dabei wird von deren Seite ein massiver technischer Aufwand in einer überaus abgelegenen Region betrieben. Kostenintensiver geht es vermutlich kaum. Im Zusammenhang kann man davon ausgehen, dass die beteiligten Unternehmen allesamt ihre Hausaufgaben mehr als gut gemacht und genau ausgerechnet haben wie viel zu investieren ist und vor allem was dabei für Verdienstmöglichkeiten bestehen. Die Rechnung scheint aufzugehen, alleine Firmen wie Caterpillar haben Fussballstadion-große Lager für Ersatzteile, Wartung und Reperatur dort aufgebaut. Man kann nur erahnen welchen Reichtum der Teil des Landes zu bieten hat und nur hoffen dass davon -fraglich- zumindest ein gewisser Teil im Land selber bleibt.
Dafür ist der Highway zwischen Takoradi und der Grenze in außergewöhnlich gutem Zustand. Man profitiert also auch als Reisender von den Einnahmen von Tullow, Total und Co. KG. Sobald man dann den Highway verlässt befindet man sich allerdings schnell im wirklichen Herz der Finsternis mit teilweise heavy, heavy dirt road zur Küste. Eine Stunde für 10km absolut keine Seltenheit, dabei ist man von der Regenzeit noch weit entfernt. Was dann passiert ist schwer vorstellbar bzw. man will es eher vermeiden.
Ebenso schwer vorstellbar ist dabei ein Motorschaden -Dieselpumpe, Kipphebel für Ventile und noch paar Kleinigkeiten- an einem dieser Orte. Zum Glück kommt dann die gesamte Genialität des Kontinents zum Tragen. Natürlich kennt man irgendwen vor Ort, dieser ist gut vernetzt und für den passenden Mechaniker gehört die 1.5 Stunden Anreise aus Takoradi ebenfalls zum Tagesprogramm. Nur dass die Tages/Stundenpauschale etwas anders als im Westen sein dürfte. Besonders wenn sich die Reparatur über drei Tage hinzieht bis sämtliche benötigten Teil im Urwald eingetroffen sind. Mal wieder ein Zeichen für die unschlagbare Hilfsbereitschaft und Flexibilität der Einheimischen. Auch wenn man sich wiederholt: Unschlagbar. Außerdem gibt es schlimmere Gegenden um festzusitzen als am Strand.


























Schon komisch wie offensichtlich dieser Kontinent ausgebeutet wird. Naja, uns gehts ja ganz gut dabei.
AntwortenLöschenInteressante Einsicht und geile Wellen. Ich war Ostern am Mittelmeer und es war mir für eine Session gar zu groß :).
Liebe Grüße.