Sonntag, 31. März 2019

Mt. Adaklu Traverse


Zur Traverse von Ghanas höchstem, alleine stehenden Berg benötigt man Folgendes: Ein wellenarmes Wochenende; derzeit häufig gegeben. Einen Wecker um 4:30am; Berg ist leider über 2 Std. Fahrt entfernt. Dazu eine Gruppe gemischt aus Ultra-Ironmen, Triathleten und echten Bergsteigern. Man ergänzt dieses Sammelsurium mit einem local Guide, der den Berg problemlos 3x pro Tag besteigt und schon hat man die optimale Sonntagsbeschäftigung. Machete und ausreichend Getränke für die lange Rückfahrt gehören hier der Vollständigkeit wegen ebenfalls genannt. Summa summarum ergibt dies eine erfolgreiche Querung des Mt Adaklu von West nach Ost, sehr beeindruckend.
Die Redaktion entschuldigt sich an dieser Stelle bereits bei der verehrten Leserschaft für diesen wenig Pulitzer-Preis verdächtigen Beitrag und versucht nun wenigstens die Bilder für sich sprechen zu lassen.






 









 



Bei den aktuell vorherrschenden Temperaturen bleiben außer Wasser oder Wildnis wenig Alternativen. Sicherlich kann man auch einen Tag am Pool mit der libanesischen Mafia, den südafrikanischen Ölkartell-Managern, den chinesischen Goldsuchern und den gut situierten Einheimischen verbringen. Man hat sich ja bereits an das Millionärs-Leben im goldenen Käfig gewöhnt dass jeder nicht-Farbige, nicht-Einheimische, hier problemlos leben kann. Man gewöhnt sich erschreckend daran. Wenn man denn will. Denn auf der anderen Seite der -in der Regel recht hohen- Mauer sieht die Sache gewohnt anders bzw. wie gehabt aus.



Donnerstag, 21. März 2019

Vier x Vier

Der mittlerweile vierte Tag der Unabhängigkeit des Gastlandes wurden angemessen mit vier neuen Wasser- -sowie einer Diesel- Pumpe plus vier neuen Riemen -für Irgendetwas- innerhalb von vier Tagen zelebriert. Erneut manifestierte sich dabei die unglaubliche Flexibilität des Nachbarkontinents, man stelle sich spaßeshalber den viermaligen Ein- und Wieder-Ausbau eines solchen Teils etwas weiter nördlich vor. Natürlich übersteigen dabei die hiesigen Arbeitskosten, nicht die hiesigen Sushikosten. Manpower ist so im Überfluss vorhanden, dass dafür nahezu nichts verlangt wird bzw. werden kann. Erschreckend wenn man diesen Gedanken etwas weiterspinnt.
Beinahe ebenso erschreckend ist die aktuelle Wassersportsituation, jegliche ernsthafte Bewegung im südlichen Atlantik lässt weiterhin auf sich warten. Der Independence Day IV wurde dennoch im Wasser gefeiert. Historischer Tribut einem altem Spot mit neuer, befahrbarer sowie ökologisch perfekt abbaubarer Umkleide. Dringend notwendig bei allem was ansonsten mancherorts hier mittlerweile im Meer schwimmt.

Das darauffolgende WE wurde deswegen sicherheitshalber im -in Sachen Wasser- wenn auch nicht Wellenqualität- noch immer gut situierten Gomoah Fetteh verbracht. Dabei konnte sich auch der letzte klebrige Rest Karneval abgewaschen werden.




Sonntag, 10. März 2019

Culinary Krobo

Es ist nicht alles dunkel auf dem dunklen Kontinent. Daher soll hier im Anschluss an zuletzt häufig geäußerte Kritik an Welt- und Landespolitik -besonders über die hier auf diesem Kontinent- mit der neuen Wochenschau ein dringend benötigter, positiver Impuls gesetzt werden. Schließlich kann man es sich, besonders mit der richtigen Hautfarbe und dem -allermeistens- damit verbundenen Geldbeutel hier sehr, sehr gut gehen lassen. 








Empfehlenswert ist dabei -aus Sicht der Redaktion- bekanntlich die Kombination aus Bewegung, frischer Luft und kulinarischer Weltklasse. Mit hoch im Kurs stehenden Kochsendungen und allgegenwärtigem food blogging kann hier nicht mitgehalten werden -die Redaktion erblasst vor Neid- dafür vielleicht in der Summe aller erwähnten Faktoren.




Am Mt. Krobo wurden zuletzt diese Faktoren zusammengesetzt und vom Morgengrauen hin bis zur brütenden Mittagssonne langsam zu einem exzellenten Mahl gegart. Auf der Speisekarte stand immerhin smokey guinea-fowl chilli with cornbread and for dessert banana boats. Frei übersetzt ungefähr geräuchertes Perlhuhn-Chili mit Maisbrot, also alles aus regionaler Produktion, und trotz der mittäglichen Gluthitze der optimale Ausklang eines weiteren Hike am mittlerweile bekannten aber an Möglichkeiten scheinbar unerschöpflichem Mt. Krobo. Unerschöpflich allerdings nur Dank dem Wissen der Ghana Mountaineers, ansonsten wäre man mehr Ochs vorm Berg als Perlhuhn danach. 


Mittwoch, 27. Februar 2019

Mohrenkopfpapageien


Zuerst eine Richtigstellung. In der letzten Ausgabe der Wochenschau wurde erneut viel kritisiert, China verteufelt, sogar von Afrika als „Afrika“ gesprochen. Initialfehler die schon lange vermieden gehören. Immerhin beinhaltet das Wort Afrika einen ganzen Kontinent mit über 1,3 Mrd. Einwohnern und mehr als 50 Länder, eine gleichgesetzte Pauschalisierung des Begriffs „Europa“ kann sich jeder Leser bitte individuell grafisch vor dem inneren Auge darstellen. Allerdings gibt es auf dem Europa südlich am nächsten gelegenen Kontinent natürlich Parallelen zwischen den Ländern, ebenso wie etwas weiter nördlich davon. Beispielsweise sind nach dem Human Development Indexder UN, dem Indikator für menschliche Entwicklung, die letzten 20 Plätze -von insgesamt 189 Ländern- allesamt von Ländern der Subsahara-Region belegt. Bis Platz 140 (Ghana) geht dies übrigens so weiter, sporadisch unterbrochen durch Länder wie Afghanistan, Pakistan oder die Salomonen.  

Der gesamte Kontinent Afrika ist -von einigen wenigen positiven Ausnahmen abgesehen- weltweit am stärksten von Lebensmittelknappheit, Krieg und gefährlichem Staatenzerfall betroffen. Nirgendwo gehen Krankheiten so häufig tödlich aus, nirgendwo ist die Kindersterblichkeit so hoch und nirgendwo fehlt es so sehr an Infrastruktur. Natürlich gibt es nirgendwo so viele intern Vertriebene und Flüchtlinge. Für eine Änderung der vorherrschenden Verhältnisse sind entsprechend grundlegende, einschneidende Veränderungen unvermeidbar. Es fehlt eine Veränderung in der Mentalität, ein überdenken der geltenden Wertesysteme, eine Ablösung der herrschenden Machteliten, eine soziokulturelle Revolution. [vgl. Axell KABOU, Weder arm noch ohnmächtig, 1993]
Bottom line der Literatur -seit 1993- ist, dass das vorhandene Potenzial nicht annähernd ausgenutzt wird. Bevölkerungswachstum, geringe landwirtschaftliche Produktivität und mangelhafte Energieversorgung müssen  [Vgl. Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Jobs für Afrika, Discussion paper 2o16]
Wie viel der dritte German-African Buisness Summit -der 3. GABS- dazu beitragen wird die Situation zu verbessern bleibt abzuwarten. Da Teile der Redaktion für einen Kurzaufenthalt in der Heimat weilten und die Wellen auf sich warten ließen, blieb -wie unschwer entgangen sein dürfte- dem zurückgebliebenen Teil der Redaktion viel Zeit für Recherchearbeit. Schließen wir diese -mit der Zusage dass in naher Zuunft weniger politisiertt wird- mit einem weiteren Zitat aus einem interessanten Blog: Afrika ist reich, nur seine Politik ist armselig. [vgl. Volker SEITZ, www.achgut.com/artikel 2o18]




Der mittlerweile im Tills eingezogenen Sippe Mohrenkopfpapageien ist solch Politisieren recht einerlei. Geschrien und gequatscht wird sowieso den ganzen Tag.  Dafür gab es zum Ende des GABS dann die erste nennenswerte Bewegung im südlichen Ozean.