Mittwoch, 29. Januar 2020

Mt. Iogaga

Das letzte Kapitel der legendären Gipfelkette der Greater Accra Plains ist geschlossen. Mit dem Mt. Iogaga wurde zuletzt -nach Mt. Krobo, Mt. Osuwangyo sowie Mt. Adaklu- der letzte freistehenden Gipfel in der Ebene rund um die Hauptstadt erfolgreich während der kühlsten Jahreszeit erklommen. 


Der Aufstieg erfolgte über die traditionelle, östliche Route, vorbei an einem der Wasserreservoirs der Hauptstadt und damit quer durch eine Hochsicherheitszone der Ghana Water Company. Von der man allerdings nichts sieht, merkt oder spürt. Zu den Bassins am Berghang hat Jedermann problemlos Zugang. Manchmal wünscht man sich, die Konzentration der guten, alten Ghana Police wäre -speziell Hellhäutigen gegenüber- ähnlich zurückhaltend. Dank dem herrschenden Harmattan hielten sich zwar die Temperaturen im Rahmen, die Sicht vom Gipfel und auf die übrigen Berge, den nahen Volta und die umliegenden Accra Plains, sehr in Grenzen. Zum Bedauern für jeden social media Abhängigen und der Fotoredaktion dieses Blogs fiel entsprechend das Bildergelage auf diesem Gipfel nur mittelmäßig aus.



Beim Abstieg war statt in die Ferne zu schweifen eine angebrachte Kurzsichtigkeit angesagt. Ohne Pfad und doppelten Boden gen Westen auf die Rückseite des Berges war solides Bushwhacking gefragt. Eine Stunde für zweihundert Meter bei gefühltem, einen Meter Sicht. Beeindruckend und nur noch übertroffen von dem Gefühl wie stark man hierzulande immer wieder in der Lage ist ins Schwitzen zu geraten. Der Abstieg dauerte dann entsprechend deutlich länger als der Aufstieg, allerdings liess sich am Ende die alte GM Weisheit wiederholen:  All down, all safe.












Donnerstag, 23. Januar 2020

Fischmarkt

Das erste Wochenende der begonnenen Dekade der Redaktion am heimatlichen Meer war einerseits die dringend notwendige Flucht aus dem vorherrschenden starken Harmattan geschuldet, andererseits sollte das neu erworbene Tauchmaterial bei geringem Seegang getestet werden. 

Zuvor fällt allerdings der, bereits befürchtete, Baubeginn der Hafenanlage ins Auge. Der neue Fischmarkt in Gomoah Fetteh hat hoffentlich für die Bewohner viele positive Seiten. Am entstehenden Anleger sollte der lokale Fang einfacherer, schneller und sicherer verladen werden können als bisher, wo die Fischerboote von zahllosen Händen durch die Brandungszone an den Strand gewuchtet werden mussten. Fraglich ist allerdings in welcher Größenordnung es für die einheimischen Fischer nach Fertigstellung noch etwas zu fangen geben wird. Zufällig hat sich das chinesische Konsortium, das die Anlage baut, sich mit deren Konstruktion gleichzeitig für 100 Jahre die Fischereirechte bis innerhalb der 3 Meilen Zone an die Küste heran gesichert. Nachdem die Fischbestände in den Gewässern weiter draußen bereits dramatisch reduziert -um nicht zu sagen ausgelöscht- wurden, müssen jetzt scheinbar neue Wege gegangen, sprich näher an der Küste gefischt werden. Die Einheimischen werden dabei vermutlich bald nichts mehr -außer dem zahlreich vorhandenen Plastikmüll- aus dem Meer ziehen. Übrigens gibt es zehn die Bauunternehmungen im ganzen Land, es scheint sich also für irgendwen zu lohnen. Ein weiteres Beispiel vom klassischen, altbewährten „Du bekommst heute diese Handvoll Glasperlen, unterschreibst hier und beraubst Dich damit lediglich jeglicher Zukunftschancen.“ Warum sollte auch ein bewährtes System geändert werden? 


In jedem Fall fällt dagegen auch die folglich mögliche Halbierung der Länge der Hauswelle der Redaktion nicht ins Gewicht. Je nachdem, wo der Wellenbrecher exakt gebaut wird, welche Länge er erreicht und wie sich entsprechend der Untergrund verändert, wird die Welle definitiv an Qualität einbüßen. Zum Glück ist im Moment der Harmattan noch so stark, dass die Tetrapods zum Bau der Mole nicht gegossen werden können. Damit gibt es immerhin noch eine gewisse Gnadenfrist für diesen Spot. Für die einheimischen Fischer gilt dies wohl eher nicht. Vermutlich dürfen die chinesischen Fangflotten hingegen bereits mit Vertragsunterzeichnung bis an die Küste heranfahren.






Montag, 20. Januar 2020

Surflife IV.

Die Rubrik Surflife hat ebenfalls abermals auf ganzer Linie überzeugt. Obwohl offiziell Nebensaison, wenn man am Kap überhaupt von so etwas sprechen kann, gab es problemlos die tägliche Dosis Wassersport, teilweise auch kurz vor der Überdosis. Vielen Dank erneut auf diesem Wege an die EnDo-Crew, es ist wahrhaft etwas Besonderes wenn man noch nicht mal mehr selber nach irgendeiner Forecast schielt und sich Gedanken macht welcher Spot ideal läuft, sondern nur noch ohne mitzudenken in ein Auto, in eine Richtung steigt und immer gute Wellen serviert bekommt. Mitdenken nicht notwendig, es ist verführerisch. Feel free to follow:
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