Mittwoch, 5. Juni 2019

Der Rhythmus

Die einsetzende Regenzeit ändert den vorhandenen Rhythmus. Sinkende Temperaturen an Land, mehr Bewegung in den Wassermassen im fernen Südatlantik, kältere Wasserschichten kommen in den Golf von Guinea. Deutlich mehr heavy weather. Positiver Nebeneffekt dieses neuen Rhythmus ist in der Summe aller Faktoren eine ebenfalls deutlich fühlbare Verstärkung der Bewegung Ozeans vor Ort. Dies wiederum eröffnet alte, neue Optionen sich zu betätigen.




Längere Autofahrten sind dabei ebenfalls Teil des geänderten Rhythmus, man nimmt diese auch am Wochenende in Kauf solange eine Belohnung greifbar nahe scheint. Erfahrungswerte, unbezahlbar. Dieses Mal hat es sich gelohnt. Anfahrt, road blocks, heavy weather, dorthin wo kein Doktor erreichbar, dafür mit passender Literatur. 














Gewohnt wechselt auch in dieser Jahreszeit Wetter, Wind und Sonnenschein schnell. Von grau zu gleißend, von Sandsturm zu Sonnenschein, vom Sumpf zum glühenden Sand. Der Rhythmus ist alles.







Sonntag, 19. Mai 2019

My secret


Erneut setzt sich die Wochenschau einen wirtschaftlichen Schwerpunkt. Rechtzeitig zum 
Auftakt der China Trade Week 2o19.
OK, wir alle wissen über Chinas Weltwirtschaftspolitik und Chinas Rohstoffhunger Bescheid. 
Wir kennen die üblichen Gepflogenheiten, den Markt mit Plastikbilligware zu überschwemmen. "MADE IN CHINA" ist ja mittlerweile "gesellschaftsfähig".
Aber Tomatenmark????
Tomatenmark wird doch hauptsächlich in Italien produziert und - ja OK - billig in alle 
Herrenländer exportiert -dabei gehen vielleicht die einheimischen Märkte und Produktionen 
über den Jordan-, aber immerhin handelt es sich um 100 Prozent Tomatenmark Konzentrat, aus Sonnen gereiften, italienischen Tomaten, was sonst?
China beherrscht allerdings den Weltmarkt, es produziert in der Provinz Xinjiang Unmengen an 3fach konzentriertem Tomatenmark, exportiert dieses nach Italien, dort wird es zu 2fach 
konzentriertem TM weiterverarbeitet oder "veredelt", abgefüllt und schon hat die Dose ein 
wunderschönes Etikett, welches sich wunderbar im Supermarkt verkaufen lässt.


My secret? Für den afrikanischen Markt hat sich China einen weitaus perfideren, effizienteren 
Plan zurecht gelegt. TM wird in allen möglichen Qualitätsstufen produziert (Á, B,C,D). Für den 
hiesigen Markt wird C und D empfohlen, d.h. Ware die den hygienischen Standards für Europa 
nicht entsprechen, im Fachjargon "Black Ink" genannt -vergammelt und so oxidiert TM, dass es nicht mehr rot sondern schwarz ist.
Jetzt ist Erfindungsreichtum gefragt, gepantscht mit Stärke, Sojabohnenfaser und Farbstoff 
entsteht ein Tomatenmark mit 31 Prozent Tomatenmark. Ein schönes Etikett (mit den richtigen, italienischen Farben) erfreut das afrikanische Käuferherz.
GUTEN APPETIT!!!!

Als Resultat besagter Recherche hat sich die Redaktion -flexibel wie gewohnt- entschieden diese Produkte -sowie grundsätzlich nahezu alles andere Ungesunde- wenn irgend machbar zu umgehen und setzt daher auf Obstsalat statt Tomatensuppe. Auch im Tills, während nebenan der Ex-Präsident Mahama Reden schwingt. 






Mittwoch, 1. Mai 2019

Das letzte Kapitel

Die Wochenschau zum Tag der Arbeit blickt zurück auf die vergangenen, knapp drei Wochen im wilden Westen des Gastlandes. Dem weißen Flecken unserer Karte, dem fehlenden Kapitel im Buch der Redaktion, dem Küstenabschnitt westlich von Cape 3 Point und der Grenze zur Elfenbeinküste. Allerdings gab es den ersten ernsthaft guten Swell der Saison direkt zum Ferienauftakt und deswegen musste die Redaktion nicht weit fahren. Es war die 50km Entfernung und die fünf Sterne mehr als wert.
 





Im wilden Westen liegt der Schwerpunkt der exportierenden Industrie des Landes. Kautschuk, Palm- und Erdöl -an Land und offshore-, Gold und andere Edelmetalle sowie Mangan lassen das Herz der einheimischen Industrie zwischen der Hafenstadt Takoradi und der Grenze schlagen und versorgen sämtliche westliche Industrienationen -und natürlich China- mit den gewünschten Bodenschätzen. Dabei wird von deren Seite ein massiver technischer Aufwand in einer überaus abgelegenen Region betrieben. Kostenintensiver geht es vermutlich kaum. Im Zusammenhang kann man davon ausgehen, dass die beteiligten Unternehmen allesamt ihre Hausaufgaben mehr als gut gemacht und genau ausgerechnet haben wie viel zu investieren ist und vor allem was dabei für Verdienstmöglichkeiten bestehen. Die Rechnung scheint aufzugehen, alleine Firmen wie Caterpillar haben Fussballstadion-große Lager für Ersatzteile, Wartung und Reperatur dort aufgebaut. Man kann nur erahnen welchen Reichtum der Teil des Landes zu bieten hat und nur hoffen dass davon -fraglich- zumindest ein gewisser Teil im Land selber bleibt.





Dafür ist der Highway zwischen Takoradi und der Grenze in außergewöhnlich gutem Zustand. Man profitiert also auch als Reisender von den Einnahmen von Tullow, Total und Co. KG. Sobald man dann den Highway verlässt befindet man sich allerdings schnell im wirklichen Herz der Finsternis mit teilweise heavy, heavy dirt road zur Küste. Eine Stunde für 10km absolut keine Seltenheit, dabei ist man von der Regenzeit noch weit entfernt. Was dann passiert ist schwer vorstellbar bzw. man will es eher vermeiden.
















Ebenso schwer vorstellbar ist dabei ein Motorschaden -Dieselpumpe,  Kipphebel für Ventile und noch paar Kleinigkeiten- an einem dieser Orte. Zum Glück kommt dann die gesamte Genialität des Kontinents zum Tragen. Natürlich kennt man irgendwen vor Ort, dieser ist gut vernetzt und für den passenden Mechaniker gehört die 1.5 Stunden Anreise aus Takoradi ebenfalls zum Tagesprogramm. Nur dass die Tages/Stundenpauschale etwas anders als im Westen sein dürfte. Besonders wenn sich die Reparatur über drei Tage hinzieht bis sämtliche benötigten Teil im Urwald eingetroffen sind. Mal wieder ein Zeichen für die unschlagbare Hilfsbereitschaft und Flexibilität der Einheimischen. Auch wenn man sich wiederholt: Unschlagbar. Außerdem gibt es schlimmere Gegenden um festzusitzen als am Strand.





Samstag, 13. April 2019

Wegbeschreibung



Die Redaktion der Wochenschau verabschiedet sich auf diesem Wege in die glücklicherweise anstehende unterrichtsfreie Zeit. Während sich bei den herrschenden Temperaturen die Vier als Zehnerstelle anschleicht bleibt erneut lediglich die Flucht nach Vorne, in diesem Fall mit offenem Visier Richtung Meer bis zum Tag der Arbeit. Hoffentlich funktioniert die Wegfindung dorthin auch ohne die fehlende Unterstützung der ghanaischen Verkehrsaufsichtsbehörden. Der verehrten Leserschaft hiermit noch vorab ein gesegnetes Osterfest, angenehmen Klimawandel und damit einen frohen Rutsch in den Mai!