Sonntag, 15. September 2019

Drohnenansicht





Nachdem die Regierung des Gastlandes sich -natürlich angemessen medienwirksam- zur Gesundheitswesensreform bekannt, kann man sich von jetzt an getrost wieder in schwindelnde Höhen begeben. Ab sofort wird -wenn im Anfangsstadium auch nur in einige, wenige Regionen- Stau, schlechte Strassen, Überschwemmungen, inkompetente Fahrer und ähnliches verachtend auf dem Luftweg per -natürlich- Drohne geliefert. Was beispielsweise bei Blutkonserven, Immunserum bei Schlangengift oder als Tollwutimpfung durchaus Sinn macht, ist allerdings in einem Land mit notorisch marodem Gesundheitswesen lediglich Symptombehandlung. Bestehende, massive organisatorische Probleme werden überdeckt, da niemand applaudiert wenn jemand neue Krankenwagen anschafft oder Ausbildung, Planung und Effizienz verbessert. Eine Drohne passt heutzutage deutlich besser zum vorherrschenden Zeitgeist.
[vgl. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ghana-medikamente-per-zipline-drohne-sollen-menschenleben-retten-a-1286045.html]






Um an dieser Stelle halbwegs mithalten zu können hat sich auch die Redaktion in letzter Zeit wiederholt in schwindelnde Höhen begeben, um wenigstens für kurze Zeit das Lebensgefühl der Generation Drohne nachvollziehen zu können und so etwas näher am Puls der Zeit zu sein. Immerhin war keine Medikamentenlieferung notwendig, weder bei Klettereien im botanischen Garten, noch für Kameramann Paul -Merci!- an den gefürchteten Klippen von Fetteh. Der ghanaische Arbeitsschutz hätte auch hierfür sicherlich eine Lösung anzubieten gehabt.  



Montag, 26. August 2019

Straßenlage

Eine der Hauptverkehrsadern des Landes, die N2, vergleichbar mit der Relevanz einer A3 o.ä., führt aus der Greater Accra Region, der Region um die Hauptstadt, Richtung Nordosten zum Volta. Strategisch bedeutsam, da der dortige Volta-Staudamm für einen Großteil der Energieversorgung des Landes unentbehrlich ist.  Um in die umliegende Berge zu kommen, muss besagte N2 irgendwann verlassen werden und dann entwickelt sich die Straßenlage stets identisch. Je weiter man sich von der N2 entfernt, desto schlechter wird die Qualität der Strasse. Prinzipiell nichts Ungewöhnliches, nur dass diese Strecken beim zuständigen Verkehrsministerium allesamt als vollständig ausgebaut, asphaltiert und somit fertig gestellt eingetragen sind. Auf dem Papier ist das Verkehrsnetz also entsprechend vorhanden.
In der Realität funktioniert dies dann in etwa Folgendermaßen: Natürlich gibt es Gelder zum Ausbau etc. und damit wird dann auch angefangen zu arbeiten. Dann fängt jeder Beteiligte -Firmen, Politiker, lokale Chiefs, Arbeiter usw.- an die Hand auf zu halten. Dann wird das Geld weniger. Dann wird minderwertiges Material gekauft. Dann wird das minderwertige Material mit Sand gestreckt. Dann entstehen erste Schwachstellen. Dann geht auch das gestreckte Material aus. Dann wird aus der Straße endgültig eine dirt road. Dann ist kein Geld mehr für Maschinen und Arbeit vorhanden. Dann hört auch die dirt road auf. Dieses Ende der ausgebauten Strasse ist dann im Verkehrsministerium eingetragen. Immerhin weiß man so bis wohin man -ziemlich sicher- mit -zumindest einem 4WD- dem Auto kommen sollte.











Was bislang auch ganz gut funktioniert hat. Sowohl in die Berge als auch ans Wasser. A propos: Swell season still in full swing. Worüber macht man sich da eigentlich noch Gedanken? Es funktioniert doch alles.



Sonntag, 11. August 2019

Im Westen wie im Osten




Nach einer an Kultur und Sozialisation reichen, wenn auch chronologisch leicht verkürzten, pädagogikfreien Zeit auf dem alten Kontinent ist die Redaktion mittlerweile seit drei Wochen zurück im Herz der Finsternis. Aus physiologischer Sicht ist die Rückkehr durchaus sinnvoll, hat das wochenlange Leben in der westlichen Überflussgesellschaft bereits ausreichend Tribut an gefühlt zugelegten Bruttoregistertonnen gefordert. Dennoch eine sehr angenehme Zeit mit alten und neuen, alten Menschen die den Wechsel zwischen den Welten stets sehr angenehm für uns gestaltet haben. Danke an dieser Stelle an alle beteiligten Akteure!


 



Die Rückkehr auf den dunklen Kontinent, in die vorherrschende Regenzeit und zusammenhängend besten Bedingungen zum Ausüben von Wassersport im südlichen Atlantik, fiel der Redaktion dann entsprechend leicht. Dabei lediglich mit kleineren Widrigkeiten, bspw. mit dem Schweißen eines gebrochenen Getriebegehäuses oder dem mittlerweile standardisierten, zeitaufwendigem Beschaffen von variablen -teilweise natürlich völlig sinnfreien aber dafür kostspieligen- Papieren konfrontiert, erleichtern andererseits Lebensfreude, Humor und Gelassenheit der Einheimischen die Ankunft sehr. Diese Freundlichkeit, egal ob man am Flughafen zufällig auf Bekannte trifft, irgendwo sonstwo auf Kollegen oder Mitarbeiter oder mit einer Panne am Straßenrand steht, sucht sicherlich weltweit ihresgleichen.
 








Dies in Kombination mit den herrschenden Bedingungen im Atlantik, Anm. d. Redaktion von Surfline Ghana: es gab drei solide Swells, lässt über nahezu alles andere Hinwegsehen. So spielt es dann bspw. auch keine Rolle mehr, dass man im altehrwürdigen Tills Beach Resort in knapp fünf Jahren mittlerweile mit dem fünften Manager konfrontiert wird, speziell da sich ansonsten natürlich grundlegend wenig ändert bis nichts. Was die Redaktion außerordentlich befürwortet, man will schließlich auch weiterhin den bewährten, besten Camping-Flair.









Alternativ konnte bei diesen Bedingungen auch der Osten des Landes endlich wieder in Bestform besucht werden. Zwar ohne Camping-Flair, dafür in exzellenter, inspirierender internationaler Gesellschaft und bei absoluten Bilderbuchbedingungen. Die Fahrt in den Osten hat sich erneut mehr als gelohnt.

 






So wurden die vergangenen Wochen mit Testfahrten des Getriebegehäuses wie geplant zwischen den bevorzugten Destinationen dreimal westlich sowie einmal östlich der Hauptstadt verbracht. Alle Fahrten konnten erfolgreich absolviert, die in Europa gewonnenen Bruttoregistertonnen abgetragen werden und die Redaktion ist überaus zufrieden und ausgesurft. Der Blick auf die Wetterkarte zeigt bereits die nächste Bewegung im Ozean, allerdings zeigt der Blick auf den Kalender auch den anstehenden Beginn der neuen pädagogischen Spielzeit an. Die Redaktion verbleibt an dieser Stelle in der Hoffnung dass sich dies gewohnt gut vereinbaren lässt.