Nachdem die Regierung des Gastlandes sich -natürlich angemessen medienwirksam- zur Gesundheitswesensreform bekannt, kann man sich von jetzt an getrost wieder in schwindelnde Höhen begeben. Ab sofort wird -wenn im Anfangsstadium auch nur in einige, wenige Regionen- Stau, schlechte Strassen, Überschwemmungen, inkompetente Fahrer und ähnliches verachtend auf dem Luftweg per -natürlich- Drohne geliefert. Was beispielsweise bei Blutkonserven, Immunserum bei Schlangengift oder als Tollwutimpfung durchaus Sinn macht, ist allerdings in einem Land mit notorisch marodem Gesundheitswesen lediglich Symptombehandlung. Bestehende, massive organisatorische Probleme werden überdeckt, da niemand applaudiert wenn jemand neue Krankenwagen anschafft oder Ausbildung, Planung und Effizienz verbessert. Eine Drohne passt heutzutage deutlich besser zum vorherrschenden Zeitgeist.
[vgl. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ghana-medikamente-per-zipline-drohne-sollen-menschenleben-retten-a-1286045.html]
Um an dieser Stelle halbwegs mithalten zu können hat sich auch die Redaktion in letzter Zeit wiederholt in schwindelnde Höhen begeben, um wenigstens für kurze Zeit das Lebensgefühl der Generation Drohne nachvollziehen zu können und so etwas näher am Puls der Zeit zu sein. Immerhin war keine Medikamentenlieferung notwendig, weder bei Klettereien im botanischen Garten, noch für Kameramann Paul -Merci!- an den gefürchteten Klippen von Fetteh. Der ghanaische Arbeitsschutz hätte auch hierfür sicherlich eine Lösung anzubieten gehabt.


